Analyse
Goldpreis-Wochenausblick: Diese Termine bewegen Gold (2.–6. November)
Gold startet nach dem Jahrestief in eine Woche mit US-Zwischenwahlen und Arbeitsmarktbericht. Alle wichtigen Termine in deutscher Zeit und was sie für den Goldpreis bedeuten.

Gold geht mit einem schwachen Wochenschluss in die neue Woche: Am Freitag, 30. Oktober, schloss die Feinunze bei rund 3.885 US-Dollar – dem tiefsten Stand seit einem Jahr und 3,1 % unter dem Vorwochenniveau. In Euro kostet die Unze damit rund 3.470 Euro. Ab der Nacht von Sonntag auf Montag wird wieder gehandelt, und die kommenden fünf Tage sind voll mit Terminen, die den Goldpreis deutlich bewegen können.
Was am Wochenende passiert ist
Am Wochenende wird Gold nicht gehandelt. Nachrichten von Samstag und Sonntag fließen deshalb gesammelt in den ersten Kurs der neuen Woche ein – das kann zu einer Kurslücke bei der Eröffnung führen. Im Blick stehen vor allem:
- Nahost und Ölpreis: Nach dem Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus und Attacken der Huthi auf saudische Ziele bleibt der Ölpreis hoch (Brent zuletzt rund 113 US-Dollar). Eine weitere Eskalation, etwa rund um den Iran, könnte Gold kurzfristig stützen.
- Zinsen: Die US-Notenbank hat den Leitzins zuletzt bei 3,75–4,00 % belassen, an den Märkten wird aber eine Zinserhöhung im Dezember erwartet. Genau das hat Gold zuletzt belastet – denn höhere Zinsen machen das zinslose Edelmetall weniger attraktiv.
Wichtig: Die USA stellen am 1. November auf Winterzeit um. Ab dieser Woche beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland wieder sechs Stunden. Alle Uhrzeiten unten sind in deutscher Zeit angegeben.
Die wichtigsten Termine der Woche (2.–6. November)
| Tag | Uhrzeit | Termin | Bedeutung für Gold |
|---|---|---|---|
| Montag | 16:00 | ISM-Einkaufsmanagerindex Industrie (USA) | Mittel bis hoch |
| Dienstag | ganztägig | Zwischenwahlen in den USA (Midterms) | Hoch |
| Dienstag | 16:00 | Offene Stellen JOLTS (USA) | Mittel |
| Mittwoch | 14:15 | ADP-Arbeitsmarktbericht (USA) | Mittel |
| Mittwoch | 16:00 | ISM-Index Dienstleistungen (USA) | Mittel bis hoch |
| Donnerstag | 13:00 | Zinsentscheid der Bank of England | Mittel |
| Donnerstag | 14:30 | Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (USA) | Mittel |
| Freitag | 14:30 | US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) | Sehr hoch |
Hinzu kommen im Wochenverlauf mehrere Reden von Mitgliedern der US-Notenbank. Jede Aussage zur Zinsentscheidung im Dezember kann den Kurs bewegen.
Warum diese Termine für Gold wichtig sind
US-Zwischenwahlen am Dienstag
Die Midterms entscheiden über die Mehrheiten im Kongress. Ein unerwartetes Ergebnis oder ein knapper, umstrittener Ausgang kann für Unruhe an den Märkten sorgen – in solchen Phasen suchen Anleger häufig sichere Häfen. Hinzu kommt die Frage, wie es nach der Wahl außenpolitisch weitergeht, etwa gegenüber dem Iran. Erste Ergebnisse sind in der Nacht auf Mittwoch deutscher Zeit zu erwarten.
US-Arbeitsmarktbericht am Freitag
Der wichtigste Datenpunkt der Woche. Fällt der Stellenaufbau stark aus, rechnen Anleger eher mit höheren Zinsen – das belastet Gold. Ein schwacher Bericht würde die Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember dämpfen und könnte dem Goldpreis Luft verschaffen.
ISM-Indizes am Montag und Mittwoch
Die Stimmung bei Industrie und Dienstleistern zeigt, wie robust die US-Wirtschaft ist. Besonders die Preiskomponenten sind interessant: Steigen sie weiter, wächst die Sorge vor anhaltender Inflation – und damit vor weiteren Zinsschritten.
Welche Marken Analysten beobachten
Nach dem Rückgang der vergangenen Wochen sehen viele Analysten Unterstützungen bei rund 3.850, 3.800 und 3.700 US-Dollar. Nach oben gelten 3.975 und vor allem 4.010 US-Dollar als wichtige Widerstände – die frühere Unterstützung um 4.000 Dollar ist nun eine Hürde. Ein schwächerer Arbeitsmarktbericht oder politische Unruhe nach den Wahlen könnten eine Erholung in diese Richtung auslösen; neue Signale für höhere Zinsen dagegen weiteren Druck.
Was heißt das für Käufer und Verkäufer in Deutschland?
Für Anleger in Euro zählt nicht nur der Dollarpreis: Bewegt sich der Euro gegenüber dem Dollar, verändert sich auch der Goldpreis in Euro. In einer Woche mit so vielen Terminen sind stärkere Schwankungen wahrscheinlich. Wer kaufen oder verkaufen möchte, sollte nicht unter Zeitdruck handeln und Angebote mehrerer Händler vergleichen. Die längerfristige Entwicklung zeigt unsere Goldpreis-Historie, die Hintergründe erklärt der Ratgeber Was bestimmt den Goldpreis?. Warum Gold zuletzt trotz Börsen-Ausverkauf gefallen ist, lesen Sie in unserer Analyse zum Tech-Ausverkauf.
Hinweis: Kursangaben beziehen sich auf den Handelsschluss vom 30. Oktober 2026. Termine und Uhrzeiten können sich kurzfristig ändern. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.