Ratgeber
Gold verkaufen: So erzielen Sie den besten Preis
Wer Gold verkauft, verschenkt oft Geld – weil er den Materialwert nicht kennt oder das erste Angebot annimmt. Mit diesen Schritten holen Sie mehr heraus.

Ob geerbter Schmuck, ein einzelner Ring oder eine Sammlung von Anlagemünzen: Beim Verkauf von Gold entscheidet vor allem die Vorbereitung über den Preis. Händler kalkulieren unterschiedlich – Unterschiede von 10 bis 20 Prozent zwischen zwei Angeboten sind bei Altgold keine Seltenheit.
1. Feingehalt bestimmen
Fast jedes Schmuckstück trägt einen Stempel mit drei Ziffern. Er gibt an, wie viele Tausendstel reines Gold enthalten sind: 333 (8 Karat), 585 (14 Karat), 750 (18 Karat) oder 999 (Feingold). Die Stempel sind oft winzig – eine Lupe hilft. Fehlt der Stempel, kann ein Händler das Material mit einem Säuretest oder einem Röntgenfluoreszenz-Gerät prüfen.
2. Genau wiegen
Eine Küchenwaage reicht für Schmuck meist nicht. Besser ist eine Feinwaage mit 0,01 g Genauigkeit. Wiegen Sie getrennt nach Feingehalt, denn 585er und 750er Gold haben pro Gramm einen deutlich unterschiedlichen Wert. Steine, Perlen und Federn in Verschlüssen zählen nicht zum Goldgewicht.
3. Materialwert berechnen
Der Materialwert ergibt sich aus Gewicht × Feingehalt × aktueller Goldpreis je Gramm. Mit unserem Goldrechner geht das in Sekunden – auch für mehrere Stücke auf einmal. Dieser Wert ist Ihre Untergrenze für Verhandlungen: Seriöse Händler zahlen bei Altgold meist zwischen 90 und 97 Prozent davon, weil sie Schmelz- und Scheidekosten sowie ihre Marge abziehen.
4. Mindestens zwei Angebote einholen
Vergleichen Sie mehrere Ankäufer – vor Ort und online. Fragen Sie konkret nach dem Preis je Gramm für Ihren Feingehalt und ob Gebühren für Prüfung, Versand oder Versicherung anfallen. Ein Händler, der keinen Grammpreis nennen will, sollte skeptisch machen.
5. Barren und Anlagemünzen anders behandeln
Barren und bekannte Münzen wie Krügerrand oder Maple Leaf müssen nicht eingeschmolzen werden. Händler zahlen dafür meist nahe am Spotpreis. Originalverpackung, Zertifikat und ein guter Zustand helfen beim Preis.
6. Ausweis bereithalten
Bei Bargeschäften ab 2.000 Euro sind Händler nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, Sie zu identifizieren. Auch darunter verlangen viele Ankäufer einen Ausweis, um sich gegen Hehlerware abzusichern.
7. Den richtigen Zeitpunkt nicht überschätzen
Der Goldpreis schwankt täglich. Wer nicht unter Zeitdruck steht, kann den Kurs eine Weile beobachten – vorhersagen lässt er sich aber nicht. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Händler ist meist größer als der zwischen einem guten und einem schlechten Verkaufstag.
Typische Fehler
- Das erste Angebot annehmen, ohne den Materialwert zu kennen
- Gold per Post an unbekannte Ankäufer schicken, ohne Preiszusage und Versicherung
- Schmuck mit Markenwert (z. B. Designerstücke) als reines Altgold verkaufen
- Verschiedene Feingehalte zusammen wiegen lassen
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlage- oder Steuerberatung.